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Biochar

Was ist Biochar?

Biochar ist eine feste Form von Kohlenstoff, die hauptsächlich zur Verbesserung der nachhaltigen Bodenbewirtschaftung eingesetzt wird und einen Mehrwert für die Landwirtschaft und die Umwelt darstellt. Dadurch unterscheidet sich Biochar von Holzkohle, da sie in erster Linie als Bodenverbesserungsmittel und nicht als Brennstoff verwendet wird. Außerdem wird Holzkohle traditionell aus Holz hergestellt, während Biokohle aus einer breiten Palette von Biomasse produziert werden kann.

Biokohle wird durch die thermische Zersetzung von organischem Material, Biomasse, in einer sauerstoffarmen oder -freien Umgebung gewonnen. Biomasserückstände aus der Landnutzung – beispielsweise Sägemehl oder die Schalen von Kakao, Reis und Kaffee – werden üblicherweise verwendet. Durch den Prozess der Pyrolyse wird der Kohlenstoffanteil der Biomasse in eine stabile Form gebracht, die eine langfristige Kohlenstoffbindung ermöglicht. Durch diesen Prozess wird das von den Pflanzen aufgenommene und in Form von Biomasse gespeicherte atmosphärische Kohlendioxid (CO 2) in ein stabiles Material umgewandelt, das unter natürlichen Bedingungen nur sehr langsam abgebaut wird. Das bedeutet, dass der Kohlenstoff über Jahrzehnte bis Jahrhunderte in der Biokohle gespeichert bleiben kann, wenn sie auf Böden aufgebracht wird, und somit eine Kohlenstoffsenke darstellt. Sie bindet Kohlenstoff, der sonst in die Atmosphäre freigesetzt werden würde.

Biochar

Warum ist Biochar so nützlich und vorteilhaft?

Biochar bietet eine Vielzahl weiterer Verwendungsmöglichkeiten, die über die reine Kohlenstoffbindung hinausgehen. So kann Biokohle beispielsweise mit Kompost kombiniert und als Bodenhilfsstoff verwendet werden:

  • reguliert die Bodenfeuchtigkeit
  • verbessert den Nährstoffkreislauf und die Ernteerträge
  • ermöglicht die Reduzierung des Düngemitteleinsatzes
  • fördert lebendige Böden und gesunde Ernten

Biokohle kann auch für alternative und innovative Endverwendungen eingesetzt werden, z. B. in

  • Baumaterialien
  • Futtermittel
  • Zement
  • und Asphalt

Ein weiterer Vorteil: Da bei der Herstellung von Biokohle ein Energieüberschuss entsteht, kann diese zusätzliche Energie als Ersatz für fossile Brennstoffe genutzt werden. Dies trägt weiter zur Verringerung der Treibhausgasemissionen innerhalb der Produktwertschöpfungskette bei.

Die Gutschriften für den Kohlenstoffabbau durch Biokohle können auf dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt gehandelt werden und bieten somit finanzielle Vorteile. Andrea Vera, Biokohle-Expertin bei FORLIANCE, erklärt: „Einfach ausgedrückt, sorgt die Biokohleproduktion dafür, dass Biomasseabfälle einfach kein Abfall mehr sind: Sie kann der Biokohle-Industrie zusätzliche Einnahmen verschaffen. Mit einer VCS-Kohlenstoffmethodik für hochwertige Biokohleprodukte können wir finanzielle Möglichkeiten auf dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt – in Form von zertifizierten Kohlenstoffgutschriften – erschließen und den Biokohlesektor ausbauen.“

FORLIANCE entwickelt eine umfassende Methode zur Bilanzierung von Treibhausgasen (THG) aus Biochar

FORLIANCE wurde von Verra ausgewählt, die entsprechende Methodik im Rahmen des Verified Carbon Standard (VCS) Programms, dem weltweit führenden freiwilligen Treibhausgasprogramm, zu entwickeln.  Gemeinsam mit den Konsortialpartnern BiocharWorks und SouthPole sowie dem Methodenentwickler Matt Delaney wird das Team eine standardisierte Kohlenstoffbilanzierungsmethode für Biokohle entwickeln, die bis zum vierten Quartal 2021 abgeschlossen sein soll.

FORLIANCE möchte zusätzliche Einnahmequellen aus der Kohlenstofffinanzierung für die Biokohleindustrie schaffen, die Technologiekosten senken und die Biokohleproduktion ausweiten, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Darüber hinaus haben die Kunden die Möglichkeit, in Technologien zur Kohlenstoffabscheidung zu investieren oder ihre Treibhausgasemissionen mit Kohlenstoffabscheidungsgutschriften zu neutralisieren, um ihre Netto-Null-Ziele zu erreichen.

Denn das Klimaziel ist es, CO2 dauerhaft zu entfernen und zu speichern – und aus dem ehemaligen „Abfall“ eine nützliche und nachhaltige Ressource zu machen. 

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Uschi Dellian
Manager HR & Office