RATINGS FÜR CO₂-ZERTIFIKATE

WAS IST EIN RATING FÜR CO₂-ZERTIFIKATE?

Ein Rating für CO₂-Zertifikate ist eine unabhängige Bewertung der Wahrscheinlichkeit, dass ein Zertifikat die angegebene Klimawirkung tatsächlich erzielt.

Ratingagenturen bewerten projektspezifische Risiken, die die Menge, Dauerhaftigkeit und Glaubwürdigkeit einer Emissionsminderung oder CO₂-Entnahme beeinflussen können. Dazu gehören unter anderem Schwächen bei der Zusätzlichkeit, der Festlegung der Baseline, der Kohlenstoffbilanzierung, der Permanenz sowie der Projektumsetzung und dem Monitoring.

Anstatt lediglich ein bestanden oder nicht bestanden auszusprechen, übertragen Ratings komplexe technische Bewertungen in eine leichter verständliche Einstufung. Dadurch können Käufer Projekte unterschiedlicher Projekttypen, Regionen und Jahrgänge besser miteinander vergleichen.

Ein Rating ist jedoch keine Garantie für die Klimawirkung eines Zertifikats. Es ist eine fachliche Einschätzung der bestehenden Risiken auf Grundlage der zum Bewertungszeitpunkt verfügbaren Informationen.

WARUM SIND RATINGS FÜR CO₂-ZERTIFIKATE WICHTIG?

Auf dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt gibt es Tausende Projekte, aber keine universell anerkannte Definition eines „hochwertigen“ CO₂-Zertifikats.

Zertifizierungsstandards legen fest, welche Anforderungen Projekte erfüllen müssen. Eine Registrierung allein zeigt jedoch nicht, wie sich das Risiko eines Projekts im Vergleich zu anderen zertifizierten Projekten einordnet.

Ratings bieten Käufern, Investoren und Vermittlern deshalb eine zusätzliche unabhängige Perspektive. Sie fassen technische Prüfbereiche wie Additionalität, Baseline, Kohlenstoffbilanzierung, Permanenz und Schutzmaßnahmen in einer vergleichbaren Bewertung zusammen.

Unternehmen können Ratings nutzen, um:

  • Projekte effizienter zu vergleichen
  • mögliche Integritätsrisiken frühzeitig zu erkennen
  • eine erste Auswahl geeigneter Projekte zu treffen
  • interne Einkaufsanforderungen festzulegen
  • Entscheidungen nachvollziehbar zu dokumentieren
  • Veränderungen des Projektrisikos zu überwachen

Ratings sind vor allem als Vorauswahl- und Vergleichsinstrument sinnvoll. Sie ersetzen jedoch keine umfassende Due-Diligence-Prüfung.

WAS BEWERTEN RATINGS FÜR CO₂-ZERTIFIKATE?

Die meisten Ratingagenturen untersuchen, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Projekt reale, zusätzliche und dauerhafte Klimavorteile erzielt.

Die konkrete Methodik unterscheidet sich je nach Anbieter. Typischerweise werden jedoch folgende Bereiche berücksichtigt:

ADDITIONALITÄT

Die Additionalität beschreibt, ob die Emissionsreduktion oder CO₂-Entnahme auch ohne das Projekt und die Finanzierung durch den Verkauf von CO₂-Zertifikaten stattgefunden hätte.

Bewertet werden können unter anderem:

  • finanzielle Additionalität
  • gesetzliche Anforderungen
  • bestehende Investitionsbarrieren
  • alternative Entwicklungsszenarien
  • übliche Praktiken in der jeweiligen Region
  • Bedeutung der Einnahmen aus Carbon Credits für die Projektumsetzung

GLAUBWÜRDIGKEIT DER BASELINE

Die Baseline beschreibt, was ohne das Klimaschutzprojekt voraussichtlich geschehen wäre.

Ratingagenturen prüfen, ob diese Annahme realistisch, datengestützt und konservativ ist. Eine zu hoch angesetzte Baseline kann dazu führen, dass ein Projekt mehr Zertifikate ausstellt, als durch die tatsächliche Klimawirkung gerechtfertigt sind.

KOHLENSTOFFBILANZIERUNG

Bei der Kohlenstoffbilanzierung wird untersucht, ob Emissionsreduktionen und CO₂-Entnahmen korrekt und konservativ berechnet wurden.

Relevante Faktoren sind beispielsweise:

  • Qualität der verwendeten Daten
  • Berechnungsmodelle
  • Stichprobendesign
  • Biomasseschätzungen
  • berücksichtigte Kohlenstoffspeicher
  • Messunsicherheiten
  • mögliche Verlagerungseffekte
  • Qualität und Häufigkeit des Monitorings

PERMANENZ UND UMKEHRRISIKEN

Bei Projekten, die Kohlenstoff speichern oder bestehende Kohlenstoffbestände schützen, wird bewertet, wie wahrscheinlich eine spätere Freisetzung ist.

Zu den möglichen Risiken gehören:

  • Waldbrände
  • Dürren
  • Stürme und Überschwemmungen
  • Schädlinge und Krankheiten
  • illegale Abholzung
  • Landnutzungsänderungen
  • unsichere Landrechte
  • politische Instabilität
  • unzureichende Finanzierung
  • fehlende Unterstützung lokaler Gemeinschaften

Die Relevanz dieser Faktoren variiert erheblich zwischen Forstprojekten, Bodenkohlenstoffprojekten, Blue-Carbon-Projekten, Biochar, geologischer CO₂-Speicherung und anderen Projekttypen.

LEAKAGE UND VERLAGERUNGSEFFEKTE

Leakage entsteht, wenn ein Projekt Emissionen nicht vollständig verhindert, sondern lediglich an einen anderen Ort verlagert.

Ein Waldschutzprojekt kann beispielsweise die Abholzung im Projektgebiet reduzieren, während der Nutzungsdruck dadurch in eine benachbarte Region ausweicht.

Ratingagenturen prüfen, ob solche Effekte identifiziert, berechnet und von der ausgewiesenen Klimawirkung abgezogen wurden.

MONITORING UND PROJEKTUMSETZUNG

Auch eine fachlich geeignete Methodik garantiert noch keine erfolgreiche Projektumsetzung.

Deshalb bewerten Ratingagenturen häufig, ob ein Projekt:

  • über ausreichende operative Kapazitäten verfügt
  • den vorgesehenen Monitoringplan umsetzt
  • belastbare Daten erhebt
  • transparent berichtet
  • angemessen auf Risiken reagiert
  • langfristig finanziert ist
  • wirksam mit lokalen Interessengruppen zusammenarbeitet

GOVERNANCE UND SCHUTZMASSNAHMEN

Je nach Ratingmethodik werden auch Governance, Landrechte, rechtliche Risiken, Beteiligungsmodelle sowie soziale und ökologische Schutzmaßnahmen untersucht.

Unklare Landrechte, schwache Governance oder Konflikte mit lokalen Gemeinschaften können die Umsetzung und Dauerhaftigkeit eines Projekts gefährden.

Diese Faktoren fließen jedoch nicht bei allen Ratingagenturen auf dieselbe Weise in die Gesamtbewertung ein.

BERÜCKSICHTIGEN CARBON-CREDIT-RATINGS AUCH BIODIVERSITÄT UND SOZIALE VORTEILE?

Die Berücksichtigung von Biodiversität, Vorteilen für lokale Gemeinschaften und anderen Co-Benefits unterscheidet sich je nach Ratingagentur.

Einige Ratingagenturen bewerten Co-Benefits getrennt vom eigentlichen Carbon-Integrity-Rating. Sylvera bewertet beispielsweise Biodiversität und gesellschaftliche Wirkungen über einen separaten Co-Benefits-Score, der nicht in das Hauptrating einfließt. Calyx Global bewertet die Integrität der Treibhausgaswirkung, die Auswirkungen auf die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) sowie Umwelt- und Sozialrisiken jeweils separat. MSCI hingegen berücksichtigt Co-Benefits als eines von mehreren Bewertungskriterien innerhalb seines umfassenderen Carbon Project Ratings-Rahmens.

Diese Unterscheidung ist wichtig, da Carbon Integrity und die übergeordneten Auswirkungen eines Projekts zwar miteinander zusammenhängen, aber nicht identisch sind.

Ein Projekt kann erhebliche Vorteile für die Biodiversität oder lokale Gemeinschaften schaffen und dennoch Schwächen bei der Baseline, der Zusätzlichkeit oder der Permanenz aufweisen. Umgekehrt kann ein Projekt über eine robuste Kohlenstoffbilanzierung verfügen, aber nur begrenzte ökologische oder soziale Zusatznutzen bieten.

Unternehmen, die sowohl eine hohe Carbon Integrity als auch starke Co-Benefits anstreben, sollten daher beide Dimensionen ausdrücklich prüfen und sich nicht ausschließlich auf ein einziges Gesamtrating verlassen.

WER ERSTELLT CARBON-CREDIT-RATINGS?

Zu den bekanntesten spezialisierten Ratingagenturen gehören:

Jede Agentur verwendet eine eigene Methodik, Bewertungsskala, Datenbasis und Gewichtung der verschiedenen Risikofaktoren.

Auch der Umfang der Bewertung kann variieren. Je nach Anbieter kann sich ein Rating auf das gesamte Projekt, einen bestimmten Anrechnungszeitraum, einen Zertifikatsjahrgang oder eine einzelne Projektaktivität beziehen.

Deshalb sind die Ratings verschiedener Agenturen nicht automatisch direkt miteinander vergleichbar.

 

 

WARUM KANN DASSELBE PROJEKT UNTERSCHIEDLICHE RATINGS ERHALTEN?

Ratings sind fachlich begründete Einschätzungen von Risiken und Unsicherheiten. Sie sind keine rein mathematischen oder objektiv eindeutigen Messwerte.

Unterschiedliche Bewertungen können entstehen, weil Agenturen:

  • verschiedene Methoden einsetzen
  • Risiken unterschiedlich gewichten
  • unterschiedliche Datenquellen verwenden
  • abweichende Annahmen treffen
  • verschiedene Jahrgänge oder Zeiträume bewerten
  • zu unterschiedlichen Zeitpunkten prüfen
  • Unsicherheiten unterschiedlich interpretieren

Eine Agentur kann beispielsweise die Baseline eines Projekts als ausreichend konservativ bewerten, während eine andere die Datengrundlage als zu unsicher einschätzt.

Unterschiedliche Ratings bedeuten deshalb nicht automatisch, dass eine Agentur richtig und die andere falsch liegt. Sie können vielmehr sichtbar machen, in welchen Bereichen besondere Unsicherheiten bestehen.

 

WIE SOLLTEN UNTERNEHMEN CARBON-CREDIT-RATINGS NUTZEN?

Ratings sollten als strukturierter Bestandteil einer umfassenderen Due-Diligence- und Einkaufsentscheidung verwendet werden.

RATINGS ALS ERSTEN FILTER NUTZEN

Ratings können dabei helfen, eine große Anzahl möglicher Projekte auf eine überschaubare Auswahl zu reduzieren.

Unternehmen können beispielsweise Mindestanforderungen festlegen oder Projekte mit bestimmten Risikomerkmalen ausschließen.

Dabei muss jedoch die jeweilige Skala der Ratingagentur berücksichtigt werden. Eine Einstufung wie BBB kann bei unterschiedlichen Anbietern eine andere Bedeutung haben.

DIE BEGRÜNDUNG HINTER DEM RATING PRÜFEN

Die Gesamtbewertung allein erklärt nicht, warum ein Projekt eine bestimmte Einstufung erhalten hat.

Unternehmen sollten deshalb prüfen:

  • welche Faktoren das Rating positiv beeinflusst haben
  • welche Risiken zu einer Abwertung geführt haben
  • welche Daten nicht verfügbar waren
  • wie Unsicherheiten behandelt wurden
  • auf welchen Zeitraum und Jahrgang sich das Rating bezieht
  • welche Entwicklungen eine spätere Änderung auslösen könnten

MEHRERE BEWERTUNGEN VERGLEICHEN

Wenn Ratings mehrerer Agenturen verfügbar sind, kann ein Vergleich zusätzliche Erkenntnisse liefern.

Ähnliche Bewertungen können das Vertrauen in bestimmte Projektaussagen stärken. Deutliche Abweichungen können auf unsichere Annahmen oder unterschiedlich bewertete Risikofaktoren hinweisen.

Entscheidend ist dabei nicht nur der Vergleich der Endnoten, sondern vor allem der zugrunde liegenden Begründungen.

AKTUALITÄT UND GELTUNGSBEREICH PRÜFEN

Die Risikobewertung eines Projekts kann sich verändern.

Neue Monitoringberichte, Satellitendaten, Verifizierungsergebnisse, Änderungen der Methodik, politische Entwicklungen oder Umkehrereignisse können zu einer Anpassung des Ratings führen.

Unternehmen sollten deshalb prüfen:

  • wann das Rating veröffentlicht oder aktualisiert wurde
  • welchen Zeitraum es abdeckt
  • für welchen Jahrgang es gilt
  • ob seitdem neue Projektdaten veröffentlicht wurden
  • ob das Projekt aktuell erneut geprüft wird

RATINGS MIT EIGENER DUE DILIGENCE VERBINDEN

Zusätzlich zum Rating sollten unter anderem folgende Informationen geprüft werden:

  • Projektdesign-Dokumente
  • Validierungs- und Verifizierungsberichte
  • Monitoringdaten
  • Geodaten und Satellitenanalysen
  • finanzielle Additionalität
  • Land- und Kohlenstoffrechte
  • Governance des Projektpartners
  • Beteiligung lokaler Gemeinschaften
  • soziale und ökologische Schutzmaßnahmen
  • bisherige Leistung des Projektentwicklers

Ratings können auf zentrale Risiken hinweisen. Die zugrunde liegende Projektdokumentation bleibt jedoch entscheidend.

CARBON-CREDIT-RATINGS VS. CARBON-STANDARDS

Kohlenstoffstandards und Ratingagenturen erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Ein Standard wie der Verified Carbon Standard von Verra oder der Gold Standard legt Anforderungen an Projektentwicklung, Methoden, Validierung, Monitoring, Verifizierung und die Ausstellung von Zertifikaten fest.

Ein Projekt muss diese Anforderungen erfüllen, bevor Zertifikate ausgestellt werden können.

Ein Rating bewertet dagegen abgestuft die Risiken eines bestimmten Projekts, Zertifikats oder Jahrgangs. Es wird unabhängig vom jeweiligen Kohlenstoffstandard erstellt.

Vereinfacht gesagt:

  • Ein Standard prüft, ob ein Projekt die geltenden Programm- und Methodenanforderungen erfüllt.
  • Ein Rating bewertet, wie wahrscheinlich das Zertifikat seine angegebene Klimawirkung erzielt und welche projektspezifischen Risiken bestehen.

Auch ein zertifiziertes Projekt kann deshalb relevante Integritätsrisiken aufweisen. Zertifizierung und Rating ergänzen sich, sind aber nicht austauschbar.

WIE UNTERSCHEIDEN SICH CARBON-CREDIT-RATINGS VOM CCP-LABEL?

Die Core Carbon Principles des Integrity Council for the Voluntary Carbon Market sollen einen internationalen Maßstab für hochwertige CO₂-Zertifikate schaffen.

Das ICVCM bewertet Kohlenstoffprogramme und bestimmte Kategorien von Zertifikaten anhand seines Assessment Frameworks. Geeignete Zertifikate können anschließend das CCP-Label erhalten.

Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein individuelles, abgestuftes Rating jedes einzelnen Projekts.

Die Instrumente beantworten unterschiedliche Fragen:

  • Das CCP-Label zeigt, dass das Programm und die jeweilige Zertifikatskategorie die relevanten Anforderungen des ICVCM erfüllen.
  • Ein Rating bewertet detaillierter die Risiken eines konkreten Projekts, Zertifikats oder Jahrgangs.

Auch das CCP-Label ersetzt deshalb keine projektspezifische Due Diligence.

 

GRENZEN VON CARBON-CREDIT-RATINGS

Ratings erhöhen die Transparenz, weisen jedoch auch Einschränkungen auf.

Dazu gehören:

  • die Abhängigkeit von der Verfügbarkeit und Qualität der Projektdaten;
  • methodische Unterschiede zwischen den Ratingagenturen;
  • Unsicherheiten bei zukunftsgerichteten Annahmen;
  • unterschiedliche Bewertungsumfänge und Bewertungszeitpunkte;
  • eine begrenzte Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Bewertungssystemen;
  • die Möglichkeit, dass sich Ratings im Laufe der Zeit ändern;
  • eine unvollständige Projektdokumentation;
  • Unterschiede in der Bewertung von Schutzmaßnahmen und Co-Benefits;
  • das Risiko einer übermäßigen Abhängigkeit von einer einzigen Gesamtnote.

Ein hohes Rating beseitigt nicht alle Projektrisiken. Ebenso bedeutet ein niedrigeres Rating nicht zwangsläufig, dass ein Projekt keinen Wert hat.

Entscheidend ist vielmehr, ob die identifizierten Risiken verstanden werden, akzeptabel sind und mit den Zielen des Käufers übereinstimmen.

HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN ZU RATINGS FÜR CO₂-ZERTIFIKATE

Können Unternehmen ausschließlich auf Ratings für CO2-Zertifikate vertrauen?

Nein.

Ratings liefern eine wertvolle unabhängige Einschätzung, ersetzen aber weder die Projektdokumentation noch Validierung, Verifizierung und eine eigene Due-Diligence-Prüfung.

Agenturen können zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Zudem können sich Ratings ändern, wenn neue Daten verfügbar werden.

Ein belastbarer Ansatz kombiniert Ratings mit einer technischen, finanziellen, rechtlichen sowie sozialen und ökologischen Bewertung des Projekts.

Sind Ratingagenturen unabhängig von Kohlenstoffstandards?

Ja. Kommerzielle Ratingagenturen arbeiten grundsätzlich unabhängig von den Standards, unter denen Projekte registriert und Zertifikate ausgestellt werden.

Ihre Aufgabe besteht nicht darin, ein Projekt erneut zu zertifizieren. Sie bewerten vielmehr das Risiko, dass ein ausgestelltes oder geplantes Zertifikat seine angegebene Klimawirkung nicht vollständig erreicht.

Unternehmen sollten dennoch die Governance, Finanzierung und möglichen Interessenkonflikte der jeweiligen Ratingagentur prüfen.

Wie bewerten Ratings die Permanenz naturbasierter Projekte?

Ratingagenturen kombinieren Projektdokumente, historische Daten, Geodaten und zukunftsgerichtete Risikoanalysen.

Untersucht werden können:

  • Land- und Kohlenstoffrechte
  • Waldbrandrisiken
  • Dürren
  • Schädlinge und Krankheiten
  • Stürme und Überschwemmungen
  • Meeresspiegelanstieg
  • illegale Abholzung
  • Landnutzungsdruck
  • langfristige Finanzierung
  • lokale Unterstützung
  • Monitoringregelungen
  • Beiträge zu Pufferpools

Satelliten- und Fernerkundungsdaten helfen dabei, Projektaussagen mit den tatsächlich beobachtbaren Entwicklungen vor Ort zu vergleichen.

Können sich Ratings für CO2-Zertifikate verändern?

Ja.

Ein Rating kann aktualisiert werden, wenn neue Informationen verfügbar werden, beispielsweise:

  • Monitoringdaten
  • Verifizierungsberichte
  • Satellitenbilder
  • Umkehrereignisse
  • Änderungen der Methodik
  • neue rechtliche Konflikte
  • Veränderungen der Projekt-Governance
  • neue wissenschaftliche Erkenntnisse

Unternehmen sollten daher die aktuellste Bewertung verwenden und relevante Projekte auch nach dem Kauf weiter beobachten.

 

Was sollten Käufer vor der Nutzung eines Ratings prüfen?

Käufer sollten insbesondere klären:

  • welche Agentur das Rating erstellt hat
  • welche Bewertungsskala verwendet wird
  • wie die einzelnen Ratingstufen definiert sind
  • welche Methodik angewendet wurde
  • wann die Bewertung zuletzt aktualisiert wurde
  • auf welches Projekt und welchen Jahrgang sie sich bezieht
  • welche Daten berücksichtigt wurden
  • welche Unsicherheiten bestehen
  • ob das Rating aktuell überprüft wird
  • ob Co-Benefits enthalten oder separat bewertet werden
  • ob weitere Agenturen dasselbe Projekt bewertet haben

Bei FORLIANCE werden Ratings für CO₂-Zertifikate als ein Bestandteil eines umfassenden Auswahl- und Due-Diligence-Prozesses genutzt. Neben dem Rating prüfen wir die zugrunde liegenden Projektdaten, Integritätsrisiken, Schutzmaßnahmen, den Umsetzungspartner und die strategische Eignung des Projekts.